Samira (li.) und Jakob (re.)

Samira (li.) und Jakob (re.)

Pferde haben mich von Kind an begleitet. Ich saß schon mit 4 Jahren zum ersten Mal juchzend auf einem Pferd – galoppierend wohl gemerkt, gehalten von einem Reiter. Der konnte der kleinen Ulrike, die an Opas Hand zerrte, einfach nicht widerstehen. Ich bin danach mit einem Wanderstab immer wieder durch den ganzen Ort in den Pferdestall marschiert – sehr zum Unmut meiner Eltern, die sich einfach Sorgen machten.

 Ich wollte ganz nah am Pferd sein. Da kam dann nur das Voltigieren in Frage: unterm Bauch durch, Pferdeduft, das warme Fell spüren, nix zwischen mir und den kraftvollen Muskeln. Eine englische Reitausbildung (Reitabzeichen Bronze) schloss sich an. Im Alter von 15 Jahren habe ich einen Ausbilder von Turnierpferden unterstützt (Abreiten, Betreuung, Training). Diese vielen Typen und Charaktäre zu erleben, war ein großes Geschenk!

Der Friese "Meister"

Der Friese „Meister“

Parallel hatte ich dann selbst zwei Pferde (Besitzer war allerdings mein Papa), nach einander :

Charly war ein schwarzer Oldenburger, ein alten Hase im Turniersport. Von ihm habe ich viel gelernt. Er hat seine Box immer verteidigt wie ein böses Monstrum – doch wenn man die Tür öffnete, war er ein Lämmchen. Ihn quälten steife Beine und Gelenke, was mit Bewegung besser wurde. Aber bei der Siegerehrung tat er immer noch wie ein Junger: Showtime, Schweif hoch und nervös herumtänzeln.

Nach ihm kam Malachit, genannt „Bubi“, ein nervöser Jungspunt. Papa Vollblut, Mamas Papa auch Vollblut – da hatte ich echt was zu tun! Mit ihm bin ich bis L (Dressur) und M (Springen) gekommen.

Diese Intensivzeit des Reitens ist 30 Jahre her. Während meiner Studienzeiten in Bayreuth und Berlin fanden mich immer wieder „unverdorbene“ Schulpferde, die mich beglückten und ich sie. Ein eigenes Pferd war einfach nicht mehr drin, doch irgendwie war es „so ähnlich“. Eines meiner spannensten Erlebnisse der damaligen Zeit waren die Universitätsmeisterschaften in der Münchner Reitschule: Man zog per Los „sein“ Pferd und musste dann damit Dressur und Springen meistern. Na, damals hatte ich nicht so viel Glück…für die Dressur einen hibbeligen Vollblüter, für’s Springen ein träges großrahmiges Kaliber. Ich hätte gerne getauscht…

Meister auf Wanderschaft

Meister auf Wanderschaft

In meinen Urlauben hatte ich das Glück, mit teilweise wirklich tollen Pferden in traumhafte Landschaften reiten zu dürfen. Von Langstreckenritten durch die Berge (Kreta) über Ausritte ins Schottische Hochland zu Galopprennen an irischen Stränden…seufz. Und dabei erkannte ich, dass DAS sehr viel näher an meinen Träumen war.

Mittlerweile bin ich mich zum Freizeit-Pferdemensch ohne eigenes Pferd mutiert. In der Natur ohne große sportliche Ziele oder im fühlenden „Gespräch“ geht es mir mit Pferd am besten. Durch meinen beruflichen Hintergrund (Coaching / Kommunikationstraining / Körpertherapie) wandelt sich derzeit etwas: Ich kann immer öfter mal klärend zwischen Pferd und Besitzer wirken, was mir viel Freude macht. Mal sehen, wohin das noch führt…:-).

Friesenstuten mit Fohlen

Friesenstuten mit Fohlen

So unterstützte ich ein junges Großpony und seine frischgebackene Besitzerin. Wir machten Bodenarbeit, ließen das englische Reiten mal ganz los, probierten Elemente des Westernreitens und erforschten, wie viel von der Anspannung des Pferdes verschwindet, wenn die Anspannung des Reiters verschwindet. Einfach nur schön.

Zuletzt erhörte das Universum zwei meiner Wünsche: „Ein Mal in meinem Leben einen Friesenhengst reiten.“ und „Eine Zeit lang mit einem Meister leben, der mich ohne Worte nur aus dem Herzen lehrt.“ Der Wunsch erfüllte sich so: In Ungarn wurde eine Person gesucht, die zeitweise einen Friesenhengst betreut. Dieser wunderbare Hengst heißt „Meister“ (s. Fotos). Das Universum hat echt Humor!

Meister-Kontakt

Meister-Kontakt

 

Und JA: Die aller-aller-allerschönsten Pferde sind für mich die Friesen – weshalb ihr sie hier auch findet. Ich erlebe bei ihnen Würde, Präsenz, SchauSpiel, Wohlwollen und Sanftmut, ich fühle mich mit ihnen besonders verbunden.

Mein Traum ist es, irgendwo wohnen und wirken zu dürfen, wo Pferde direkt vor meinem Fenster grasen, toben, leben. An einem Platz, wo Leben und Werden mit Pferden ebenso möglich ist wie Sterben mit Pferden. Zum Wohle aller Beteiligten.